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FeuilletonFrankfurt

Das Online-Magazin von Erhard Metz

Peter-Cornell Richter: „Fotografie“ in der Frankfurter Galerie Friedrich Müller

18. Februar 2017

Tausend und mehr Graustufungen – von der Farbe zu Schwarz-Weiss

Peter-Cornell Richter fotografiert – auch oder heute zumeist – digital. Er räumt dies auch ein, allen Unkenrufen entgegen, die die wahre künstlerische Fotografie immer noch – oder, zeitgeistig angehaucht, heute erst recht – im Analogen verorten. So wie wir zwar manch schönen Oldtimer adorieren, aber denn doch lieber einen High-Tech-PKW heutiger Bauart navigationsgeführt durch das Verkehrsgeschehen steuern. Aber zurück zur Fotografie.

„Ich gestalte meine Bilder, ich lichte nicht ab.“ Dies ist das Credo von Peter-Cornell Richter. Dazu bedient er sich nicht nur der digitalen Kamera, sondern auch der entsprechenden Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung. Das Ergebnis dieses Gestaltungswillens spiegelt derzeit eine Ausstellung in der stets qualitätsbewussten Frankfurter Galerie Friedrich Müller – bekannt auch unter dem Stichwort „Japan Art“ – wider.

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↑ Beneath the Rain Tree (For Toru Takemitsu), 2013, Fotografie, Pigmentprint auf Hahnemühle, Auflage: 5/11, 30 x 20 cm
↓ The little White in my Garden, 2015, Fotografie, Pigmentprint auf Hahnemühle, Auflage: 5/11, 30 x 20 cm

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Von „Farbe zu Schwarz-Weiss“ titelten wir: und zwar nicht im Sinne eines retrospektiven „Zurück“, sondern umgekehrt eines prospektiv-zielgerichteten „Hin“. Es ist das Geheimnis dieser – pardon, Protagonisten eines gewissen Modernismus bitte mal weghören – eben auch „wunderschönen“ Arbeiten Peter-Cornell Richters, ausgehend vom fotografischen Farbmaterial seine Motive durch einen künstlerischen Prozess der Reduktion hin zu einem schier unendlichen Universum an Graustufungen, zu einem sogenannten Schwarz-Weiss-Bild zu verdichten. Eine Reduktion, die einerseits in manchen seiner Werke zur Abstraktion, in anderen hingegen auch zu einer atemberaubenden figürlichen Bildsprache führt, die uns an die Werke altmeisterlicher, so verblüffend lebensnah gestalteter Stillleben-Malerei erinnert.

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Clouds (for A. St.), 2011, Fotografie, Pigmentprint auf Hahnemühle, Auflage: 5/11, 30 x 20 cm

Voll Dynamik und Expressivität – und doch zugleich fast zärtlich hingetupft – erscheinen die Wolkenformationen, in der Hoffnung, dass uns kein gestrenger Meteorologe eines besseren belehrt, möchten wir beim obigen Beispiel von Altocumuli ausgehen. Eindrucksvoll das Spannungsverhältnis zwischen dem Blätterwerk eines Baumwipfels links unten im Bild und der sich nach rechts oben erweiternden Formation – man mag es einen Glücksfall nennen, die Kamera im richtigen Moment am richtigen Platz zur Hand zu haben, aber ein Blick auf das Œuvre Peter-Cornell Richters zeigt, dass es sich um ein trefflich komponiertes und gestaltetes Werk des fotografischen Meisters handelt.

Ein kleines Ästchen im herbstlichen Garten, überwuchert vielleicht von einem dünnen Belag ausfransender Flechten und Pilze, die ihm – dies unser fester Glaube – nichts Böses antun werden, verwandelt das fotografische Auge gepaart mit bildgestalterischem Geschick zu einem fast kalligrafischen Ausrufezeichen: „Tree writing“ nennt denn auch der Künstler diese Arbeit. Das Kleinste wird zum Grossen, zum bildregierenden Motiv.

Eine beglückende Stille offenbart sich in den Arbeiten des Fotografen, sie vermittelt sich ganz unaufdringlich dem Betrachter, dem das Anschauen zu einem kontemplativen Innehalten gerät.

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Tree Writing in an Autumn Garden (for Toru Takemitsu), 2016, Fotografie, Dye-Print auf Papier, 16 x 16 cm

Peter-Cornell Richter, 1936 in Erlangen geboren, studierte an der Universität München japanische Kulturgeschichte, Philosophie und Literatur. Nach Tätigkeit in einem Verlagshaus kürte er Anfang der 1970er Jahre die Fotografie zu seinem Beruf. Lehraufträge für Geschichte der Fotografie und Künstlerische Fotografie führten ihn nach Freiburg und Basel.

Abschliessend ein Werk aus der Reihe „Sunpainting“ des Fotografen – ein grandios verfremdendes Spiel mit Lichtreflexen von malerischer Anmutung. Kaum zu glauben, dass es sich tatsächlich um eine Fotografie handelt.

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Sunpainting 3, 2015, Fotografie, Pigmentprint auf Tecco-Papier, Auflage: 5/7, 30 x 20 cm

Peter-Cornell Richter, Fotografie, Galerie Friedrich Müller, bis 4. März 2017

Abgebildete Werke © Peter-Cornell Richter

 

Soirée française du cinéma auf der Berlinale 2017

16. Februar 2017

Im Zeichen des Ehrengastlands Frankreich zur Frankfurter Buchmesse

Der Ehrengastauftritt Frankreichs auf der Frankfurter Buchmesse (11. bis 15. Oktober 2017) bildet den Höhepunkt eines französischen Kulturjahrs in ganz Deutschland mit einem vielfältigen und spartenübergreifenden Programm, das gemeinsam mit dem Institut français Deutschland umgesetzt wird. Mehr als 450 Veranstaltungen werden 2017 unter dem Label Francfort en français / Frankfurt auf Französisch“ bundesweit stattfinden: Theater, aktuelle Musik, Bildende Kunst, Kino, Literaturbegegnungen und vieles mehr mit 250 beteiligten Künstlern und 75 französischsprachigen Autoren. Dabei sind bereits vor der Buchmesse im Oktober 2017 spannende Höhepunkte zu erwarten: die Zusammenarbeit zwischen dem Krimi-Festival „Quai du polar Lyon“ und der Leipziger Buchmesse sowie die „Tour d’Allemagne“ französischer Autoren beginnend in Düsseldorf, wo auch die „Tour de France“ startet.

Von Petra Kammann

Die Soirée française du cinéma in der Französischen Botschaft in Berlin bietet jedes Jahr einen glanzvollen Rahmen, aus Anlass der Berlinale das französische Kino zu feiern. Dazu eingeladen werden zahlreiche Filmschaffende aus Deutschland und Frankreich. Im Mittelpunkt steht dabei nicht zuletzt die Film- und Medienkooperation zwischen beiden Ländern und in diesem Zusammenhang die Verleihung des französischen Verdienstordens für Kunst und Literatur an deutsche Filmschaffende. Darunter waren in den letzten Jahren zum Beispiel der Regisseur Thomas Ostermeier, die Schauspieler Nina Hoss, Sophie Rois, Marie Bäumer und Mario Adorf, der Leiter der Französischen Filmtage Tübingen Christopher Buchholz und die Produzenten Stefan Arndt und Manuela Stehr. Unter den Preisträgern des Goldenden Bären waren außerdem immer wieder französische Filme wie: „Lohn der Angst“ von Henri-Georges Clouzot (Frankreich/Italien 1953); „Schrei, wenn du kannst“ von Claude Chabrol (1959); „Lemmy Caution gegen Alpha 60“ von Jean-Luc Godard (Frankreich/Italien 1965); „Der Lockvogel“ von Bertrand Tavernier (1995); „Central Station“ von Walter Salles (Frankreich/Brasilien 1998) oder „Intimacy“ von Patrice Chéreau (2001).

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Bildnachweis: francfort2017

Die Soirée française du cinéma ist eine einmalige Gelegenheit für Nachwuchstalente wie für ausgewiesene Filmgrößen, Kulturschaffende aus dem Nachbarland zu treffen und kennenzulernen. Zu Gast waren bereits Juliette Binoche, Claude Lanzmann, Bertrand Bonello, Benoit Jacquot, Raoul Peck, Xavier Lafitte, Eric Toledano und Olivier Nakache, Volker Schlöndorff, Hanna Schygulla, Marie Bäumer, Emily Atef, Mark Waschke, Fritzi Haberlandt sowie Sibel Kekili und Katja Riemann. Wie in jedem Jahr auf der Berlinale hatte auch in diesem Jahr der französische Botschafter Philippe Etienne auf der Soirée française du cinéma zur feierlichen Verleihung des Verdienstordens für Kunst und Literatur (Chevalier des Arts et des Lettres) geladen, welche diesmal ganz im Zeichen der französischen Kultur stand. In Anwesenheit von Premierminister Bernard Cazeneuve erhielten Daniel Brühl, Max Riemelt und Birgit Kohler die besondere Auszeichnung.

Im Rahmen der Gala wurde anlässlich des Gastlandauftrittes Frankreich in Frankfurt auch die französische Literatur präsentiert. Denn von nun an stehen die ersten Namen der auf der Frankfurter Buchmesse anwesenden Autoren aus dem Bereich der Belletristik fest, als da sind: Emmanuelle Bayamack-Tam, Patrick Boucheron, Emmanuel Carrère, Patrick Chamoiseau, Philippe Claudel, Marie Darrieussecq, Julia Deck, Jean-Baptiste Del Amo, Virginie Despentes, Négar Djavadi, Philippe Djian, Mathias Enard, Gaël Faye, Jérôme Ferrari, Tristan Garcia, Hédi Kaddour, Dany Laferrière, Alain Mabanckou, Mathias Malzieu, Achille Mbembe, Wajdi Mouawad, Amélie Nothomb, Sylvain Prudhomme, Atiq Rahimi, Noëlle Revaz, Olivia Rosenthal, Jean-Christophe Rufin, Leïla Slimani, Jean-Philippe Toussaint und Tanguy Viel.

„Diese ersten Autorennamen stehen für die französischsprachige literarische Vielfalt, die auch eine verlegerische Aktualität in Deutschland haben. Verbunden mit dem Wunsch, dem deutschsprachigen Publikum die neuen Autorengenerationen bekannt zu machen“, so der Generalkommissar des Gastlandauftritts Paul de Sinety gegenüber der Presse. Er nahm gemeinsam mit dem Direktor der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos, an der „Soirée française du cinéma“ teil. „Unser diesjähriger Ehrengast“, so Juergen Boos, „rückt Sprache als identitätsprägende Ausdrucksform in den Mittelpunkt. Die literarische Dimension wird hier um eine individuelle und zugleich politische Standortbestimmung erweitert. Wir werden im Oktober französischsprachige Autorinnen und Autoren in Frankfurt willkommen heißen, wie sie vielfältiger nicht sein könnten. Durch ihre Werke und im Austausch mit ihnen werden wir gegenwärtige Lebenswelten aus sehr unterschiedlichen Blickwinkeln erfahren können. Darauf bin ich persönlich sehr gespannt.“

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Buchmesse-Direktor Juergen Boos am 26. Januar 2017 in der Pariser Sorbonne; Foto: Petra Kammann

Die Namen der Autorinnen und Autoren sind eine erste Vorauswahl der Liste mit insgesamt 75 auf der Frankfurter Buchmesse anwesenden Autoren. Weitere Autorennamen aus dem Bereich des Kinder- und Jugendbuches und des Comics werden im März gleichzeitig auf der Leipziger Buchmesse und dem „Salon du livre“ in Paris“ bekannt gegeben.

Ein Highlight dieses Ehrengast-Pavillons wurde auf der „Soirée française du cinéma“ vorgestellt: Die Cabine L.I.R. (dt.: digitale Lesekabine), Joris Mathieu und Nicolas Boudier haben diese Installation in Zusammenarbeit mit Haut et Court entwickelt.

Das Bureau du Cinéma unterstützt folgende Sektionen:

INTERNATIONALES FORUM DES JUNGEN FILMS

Das Internationale Forum des Jungen Films wurde 1970 von den Leitern der Deutschen Kinemathek, Ulrich und Erika Gregor, gegründet und wird heute von Christoph Terhechte geleitet. Das Forum präsentiert eine Auswahl unabhängiger Filme. Zahlreiche Regisseure haben hier ihren ersten Film vorgestellt und konnten so internationale Anerkennung erlangen: Raoul Ruiz, Peter Greenaway, die Gebrüder Taviani sowie Jean-Luc Godard, Jacques Rivette, Jean Eustache, Léos Carax, Olivier Assayas, Jean-Claude Biette und auch Yolande Zaubermann. Das Forum wird schon seit Jahren vom Bureau du cinéma et des médias des Institut français unterstützt, um französische Filme für diese Sektion auszuwählen.

BERLINALE TALENTS

Das Projekt Berlinale Talents, das 2003 ins Leben gerufen wurde, ist ein Austauschforum, das jedes Jahr 300 junge Talente und 150 Experten aus der ganzen Welt miteinander vernetzt. Eine ausgezeichnete Plattform also für den Dialog und für den Erfahrungsaustausch. Mit dabei waren schon Sandrine Bonnaire, Stephen Frears, Andrzej Wajda, Dennis Hopper, Jia Zhangke, Mike Leigh, Charlotte Rampling, Julie Delpy, Raoul Peck, Wim Wenders und Alexandre Desplat. Aus den hundert jungen Franzosen, die jährlich ihre Bewerbung für die Berlinale Talents einreichen, wird rund ein Dutzend ausgewählt. Ihre Teilnahme wird vor allem dank der Unterstützung des Institut français Deutschland finanziert.

Rede von Premierminister M. Bernard Cazeneuve anlässlich der Berlinale:

Messieurs les Secrétaires d’État,
Monsieur l’Ambassadeur,
Monsieur le Directeur général de la Foire du livre de Francfort,
Mesdames, Messieurs,

Je me réjouis d’être parmi vous ce soir pour fêter cette traditionnelle «Soirée française du cinéma» dans le cadre de la Berlinale et de pouvoir distinguer à cette occasion, au nom de la République française, trois personnalités éminentes et sympathiques du cinéma allemand : Birgit Kohler, Daniel Brühl et Max Riemelt.

Mais, avant de prononcer leur éloge, je voudrais souligner que, si cette soirée constitue une tradition, l’année 2017, elle, ne sera pas une année comme les autres pour les échanges culturels franco-allemands. Au mois d’octobre prochain, la France sera, comme vous le savez, l’invitée d’honneur de la Foire au livre de Francfort, pour la première fois depuis 1989. Et c’est une véritable année française en Allemagne que nous avons voulu célébrer à l’occasion de ce «Francfort en Français», et que j’ai le plaisir d’ouvrir symboliquement ce soir.

Ce cycle exceptionnel d’événements culturels placera la création, sous toutes ses formes, la langue et la jeunesse au coeur de la relation franco-allemande. Car cette relation si forte, indispensable au bon équilibre et sans doute aujourd’hui à la pérennité du projet européen, ne peut pas reposer seulement sur la conscience d’intérêts partagés. Elle exige que nous sachions partager des émotions et des goûts, que notre dialogue se nourrisse de celui des penseurs et des artistes, que notre jeunesse soit inspirée par des rêves et des aspirations voisines.

Toutes les formes de création seront donc mises à l’honneur dans le cadre de cette Année, à commencer par le cinéma, à l’occasion de cette Berlinale, mais aussi l’art contemporain lors de la Dokumenta de Kassel ou les musiques actuelles lors du Reeperbahn festival de Hambourg. Quant à la littérature d’expression française, elle ne sera pas seulement présente à Francfort, mais partout en Allemagne, au festival de Cologne comme lors de la foire de Leipzig, qui accueillera une «Nuit du Polar», dans les instituts français comme dans le remarquable réseau des LiteraturHaus.

Ces manifestations seront notamment l’occasion de constater comment l’âge numérique a bouleversé les conditions de création et de diffusion des oeuvres, en France comme en Allemagne. Partout, la technologie ouvre des possibilités radicalement nouvelles à l’artiste, comme elle multiplie pour le spectateur les modalités d’accès aux oeuvres. Mais l’arrivée du numérique doit nous inviter également à faire preuve de vigilance afin de protéger les droits des créateurs et de préserver les conditions d’une authentique diversité. La France et l’Allemagne travaillent de concert pour atteindre ces objectifs de politique culturelle et les faire partager en Europe et dans le reste du monde.

L’Allemagne et la France ont ainsi réaffirmé, en 2016, le rôle clé que joue le droit d’auteur comme fondement de l’activité de création et source de vitalité des secteurs culturels et créatifs en Europe et dans l’environnement numérique.

C’est la raison pour laquelle la modernisation du cadre européen du droit d’auteur, qui est en cours de négociation à Bruxelles, doit être intégrée à une véritable stratégie européenne pour la culture à l’ère numérique. Je rappelle que les industries culturelles et créatives représentent 4% du PIB européen. Nous devons donc avoir à l’esprit non seulement de favoriser l’accès des consommateurs aux oeuvres mais aussi de soutenir la création, la diversité des contenus, la juste rémunération de ceux qui créent et la pérennité des dispositifs vertueux de soutien.La question du partage équitable de la valeur reste plus que jamais essentielle.

La diversité des oeuvres est inséparable de la merveilleuse richesse de nos langues. C’est pourquoi nous devons continuer à soutenir l’enseignement du français en Allemagne et l’enseignement de l’allemand en France. «Francfort en français» sera l’occasion de rendre plus familière encore au public allemand une langue parlée sur les cinq continents et désirée par les nombreux auteurs, de toutes origines, qui l’ont choisie pour s’exprimer : d’Alain Mabanckou, conseiller de la manifestation, à Patrick Chamoizeau, de Yasmina Reza à Leila Slimani, prix Goncourt 2016, d’Andrei Makhine au regretté Tzevan Todorov, disparu voici quelques jours.La venue de 350 auteurs francophones en Allemagne sera aussi l’occasion de magnifiques échanges avec les écrivains allemands. Depuis le siècle des Lumières, ils ont pris l’habitude de correspondre et de se traduire les uns les autres, des deux côtés du Rhin. Ainsi, Goethe a-t-il traduit Le Neveu de Rameau de Diderot ; Rilke traducteur de Paul Valery a traduit lui-même en français ses propres oeuvres ; André du Bouchet a fait découvrir Paul Celan en France tandis que Walter Benjamin s’emparait de Baudelaire. Je veux donc rendre hommage aux passeurs d’aujourd’hui, écrivains, traducteurs, éditeurs et critiques, grâce auxquels plus de 1.200 titres français ont été traduits et édités en Allemagne l’an passé.

La même logique d’échange et de collaboration prévaut bien entendu entre nos deux pays dans le domaine du cinéma. Je vois que les productions et coproductions françaises sont particulièrement nombreuses cette année au programme de la Berlinale. Le nombre des coproductions, en particulier, montre que la France demeure au coeur de l’industrie cinématographique mondiale et qu’elle est au service de sa diversité. Pas moins de 10 films français présents à Berlin ont ainsi bénéficié du programme «cinéma du monde» du CNC et nous révèlent des talents venus du Sénégal, de Roumanie ou du Portugal. Et 8 autres films ont été coproduits par la France et l’Allemagne, dont deux ont bénéficié d’une aide spécifiquement franco-allemande dans le cadre du traité signé entre nos deux pays le 17 mai 2001. Ces beaux résultats doivent aussi beaucoup à la politique d’ARTE qui a tant fait, depuis 25 ans, pour rapprocher nos créateurs, nos entreprises et nos institutions culturelles.

C’est à la Jeunesse de nos deux pays que nous devons confier la tâche de poursuivre la construction de cette Europe de la diversité, de l’échange et de la traduction. Le succès de cette année culturelle française en Allemagne repose donc en grande partie sur ses épaules. Je veux remercier ce soir l’office franco-allemand pour la jeunesse et l’université franco-allemande pour leur engagement dans cette aventure.

Alors que le souvenir de la guerre – qui avait porté le désir de réconciliation et de paix des générations précédentes – s’estompe, alors que la tentation du repli sur soi s’insinue sur notre continent, nous comptons sur les jeunes Français et Allemands pour incarner la confiance dans la poursuite du projet européen.

Ce sont les mêmes valeurs de curiosité, d’ouverture, d’engagement européen, que nous célébrons ce soir, en distinguant trois personnalités qui les incarnent tout particulièrement.

La République française a souhaité les honorer et c’est pourquoi je vais à présent leur remettre les insignes de Chevalier dans l’ordre des Arts et Lettres. Cet ordre a été créé par André Malraux, ministre de la culture du Général de Gaulle, pour «les personnes qui se sont distinguées par leur création dans le domaine artistique ou littéraire ou par la contribution qu’elles ont apportée au rayonnement des arts et des lettres en France et dans le monde».

Je vais leur demander de me rejoindre, l’un après l’autre, sur cette estrade et de me permettre de faire, trop brièvement, leur éloge.

Chère Birgit Kohler,

À travers votre parcours, c’est une certaine idée de la culture qui est célébrée, faite d’ouverture sur le monde, d’engagement politique et social, et surtout d’un profond amour pour les oeuvres.

Dès 1990, vous avez pris part à plusieurs groupes de réflexion sur le cinéma, et organisé des conférences et des débats autour de la thématique «Cinéma, féminisme et théorie», au sein notamment de l’université libre de Berlin. Peu de personnalités représentent mieux que vous le foisonnement intellectuel et artistique du Berlin des années 1980 et 1990. C’est de cette époque que date votre engagement dans la programmation du Kino Arsenal, que tous connaissent aujourd’hui sous le nom d’Arsenal – Institut du Film et de l’Art vidéo. Vous en êtes depuis 2004 l’une de ses trois directrices artistiques. Votre programmation a fait découvrir aux Berlinois les films qui ont fait l’histoire du cinéma mondial, mais vous leur avez également présenté des créations nouvelles, venues de tous les pays. C’est la créativité du monde qui a ainsi été accueillie par votre institution.

Dans sa richesse et sa diversité, votre travail me semble avoir été guidé par quatre ambitions majeures.

Vous avez d’abord voulu permettre au plus grand nombre d’accéder au meilleur du cinéma. Vous y êtes parvenue par une programmation exigeante, mais toujours soucieuse de pédagogie Vous avez complété cette démarche par la création d’une base de données qui rend accessible à tous la collection des films de l’Arsenal, ainsi que par le lancement d’un nouveau site web qui contribue à réinventer la présentation des films et de l’art vidéo.

Parallèlement à cette mission patrimoniale, vous avez ouvert votre Institut aux formes les plus innovantes de l’art vidéo et du cinéma. Peut-être est-ce votre sélection pour la section «Forum» de la Berlinale qui manifeste le mieux votre intérêt pour le renouvellement de ces arts : toutes les tendances, les explorations formelles, le cinéma d’art et d’essai sont mis en valeur dans cette section du festival qui vous doit beaucoup.

Le féminisme et la sensibilité aux questions politiques constitue une autre caractéristique de vos travaux, souvent consacrés au cinéma documentaire contemporain. Votre programmation vous a aussi permis de faire mieux connaître le talent des réalisatrices que vous aimez, notamment Chantal Akerman, Claire Denis ou Agnès Varda.

Enfin, la francophilie est un trait constant de vos choix : vous avez fortement contribué à faire apprécier du public allemand de grandes figures du cinéma français, comme Eric Rohmer, Sandrine Bonnaire, Alain Resnais, ou Robert Bresson, auxquels vous avez consacré de nombreux hommages. Votre participation à la semaine du film français de Berlin joue elle aussi un rôle crucial pour sa réussite.

Chère Birgit Kohler,

Vous incarnez un idéal de culture ouverte aux échanges. Votre engagement au service du cinéma européen, ainsi que l’importance de votre contribution à la diffusion de la culture française en Allemagne, méritent notre reconnaissance.

C’est pourquoi, au nom de la République française, nous vous faisons Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres.

Cher Daniel Brühl,

Vous êtes né à Barcelone en 1978, d’une mère espagnole et d’un père allemand : vous avez grandi à Cologne, et avez tourné en Europe et dans le monde entier.

Vous représentez la génération pour qui l’Europe est une évidence. Évidence de la diversité des langues, que vous pratiquez en famille comme dans votre travail. Évidence de la mobilité et des belles rencontres que permet le cinéma et qui fait que vous êtes aussi célèbre en France qu’en Allemagne, au Royaume-Uni ou aux États-Unis. Évidence des valeurs d’ouverture et de diversité que vous défendez.

À nouveau, je me contenterai de rappeler quelques étapes majeures de votre carrière déjà longue. En 2001, vous avez incarné dans DAS WEISSE RAUSCHEN (le son blanc) un jeune homme atteint de schizophrénie. Votre interprétation vous a valu en 2001 le Prix bavarois du meilleur espoir masculin, confirmé l’année suivante par le titre de meilleur acteur lors de l’attribution du Prix allemand du film.

En 2003, le personnage d’Alexander dans Good Bye Lénine ! vous rend mondialement célèbre. Vous y jouez le rôle d’un jeune homme qui cache tendrement à sa mère, clouée au lit, la disparition de la RDA. Nous avons tous ri et pleuré devant cette histoire touchante qui a réveillé en nous les souvenirs de la chute du Mur. Vous incarnez ainsi depuis 2003, Cher Daniel Brühl, aux yeux de beaucoup de Français, la «révolution pacifique» de 1989.

En 2005, vous interprétez dans Joyeux Noël de Christian Caron le rôle d’un officier allemand qui participe aux fraternisations de Noël 1914, bref moment d’humanité survenu alors que l’Europe s’enfonçait dans la Première guerre mondiale. Les Allemands et les Français sont unis dans sa commémoration, qui se poursuit cette année, et votre rôle, cher Daniel Brühl, a contribué à rendre vivant le souvenir de cet épisode trop souvent oublié.

En 2005 encore, vous êtes dans Les dames de Cornouailles un violoniste polonais recueilli sur une plage anglaise : après avoir parlé allemand, français et anglais, vous adoptez le langage de la musique en vous initiant au violon.

Votre carrière a pris depuis une dimension mondiale, notamment grâce à votre rôle dans Rush de Ron Howard. Si vous travaillez souvent aux États-Unis, vous ne délaissez pas les productions européennes, dont certaines portent sur les épisodes les plus sombres de l’histoire allemande. Vous avez ainsi joué en 2016 dans l’adaptation du chef-d’oeuvre antinazi d’Hans Fallada, Seul dans Berlin.

Cher Daniel Brühl,

Vous contribuez magistralement au rayonnement de la culture cinématographique en France, en Allemagne, en Europe et dans le monde. À travers vos rôles vous êtes un passeur d’émotions et un conservateur de la mémoire franco-allemande.

C’est pourquoi, au nom de la République française, nous vous faisons Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres.

Cher Max Riemelt,

Vous êtes aujourd’hui un jeune talent très apprécié du grand public et sollicité par les plus grands réalisateurs.

Dès votre enfance, passée à Berlin-Est, vous avez éprouvé une sorte de vocation pour les métiers de la scène. Vous avez fait vos débuts à onze ans en intégrant la troupe de théâtre de votre école. Quelques années plus tard, vous avez décroché le rôle principal dans la série Zwei Allein, avant de faire en 2001 vos premiers pas sur la scène internationale grâce à votre collaboration avec le réalisateur Dennis Gansel.

Celui-ci vous a offert en 2004 le rôle principal dans son drame Napola – Elite für den Führer, qui vous vaudra le titre de Shooting Star allemande au Festival international de Berlin en 2005. Vous avez ensuite poursuivi votre collaboration avec Dennis Gansel, notamment pour son film La Vague, cette évocation troublante des mécanismes du totalitarisme, salué dans toute l’Europe comme l’une des meilleures créations allemandes de 2008.

Votre filmographie est si riche qu’il est impossible de la retracer ici dans son intégralité. Pour m’en tenir à certaines de ses étapes les plus remarquables, je rappellerai le film franco-suisse de Barbet Schroeder, Amnesia, où vous donnez la réplique à Marthe Keller. Cette oeuvre offre une réflexion profonde sur la mémoire, intime et collective, sur l’appréhension de l’histoire et de ses séquelles. Située à Ibiza, l’intrigue présente, à travers la rencontre de cultures musicales différentes, le contraste entre les expériences historiques de deux générations allemandes. Amnesia a été présenté aux festivals de Cannes et de Locarno.

Cher Max Riemelt,

Vous êtes un grand comédien et vous êtes aussi un ami de la France. La distinction que je vous remets ce soir n’est donc pas un prix supplémentaire, mais un témoignage d’admiration pour l’ensemble de votre oeuvre et pour votre contribution au rayonnement des arts en Allemagne et dans le monde.

C’est pourquoi, au nom de la République française, nous vous faisons Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres.

„no pain no game“ im Museum für Kommunikation Frankfurt

14. Februar 2017

Ohne Ernst kein Spiel
oder
Videospiele als besondere Kunst betrachtet

Von Winfred Kaminski

Bis zum 5. März 2017 haben Interessierte noch Zeit, im Frankfurter Museum für Kommunikation eine Sonderausstellung zu besuchen, die es in sich hat. Unter dem Titel „no pain no game“ präsentiert das Museum das Kölner Künstlerteam „//////////fur////“, das sind Volker Morawe und Tilmann Reiff. Es handelt sich dabei um die weltweit erste Soloausstellung der beiden und schon deshalb ist sie besonders. Das Goethe-Institut, im Kontext des europaweiten Projekts „SPIELTRIEB!“, hat diese Ausstellung initiiert.

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Key Visual; Bildnachweis: Museum für Kommunikation Weiterlesen

Meine ersten Eindrücke von Kalifornien

12. Februar 2017

Von Elke Backert

Palmen, Palmen, Palmen – in aller Vielfalt und in dreier und fünfer Reihen, hochgewachsene schlanke, dickbäuchige, blühende Bäume, Grünpflanzen, Büsche und Hecken. Selbst die Bergrücken des hügeligen Lands am Pazifik sind grün bewachsen, mal flach als Bodendecker, dann wieder Bäumen, deren Äste ungewohnt verwachsen und realitätsfern verwoben sind. Weiße kahle Bäume vermischen sich geisterhaft mit sagenhaften Baumstämmen, deren Rinde in dünnen langen Scheiben vom Wind weggetragen wird. Völlig kahle Bäume sind vollbehängt mit Früchten. Es ist Januar, und von Löwenzahn, Veilchen, Osterglocken über Schwertlilien und Magnolien bis zu Rosen stehen Blumen in voller Blüte. Vögel zwitschern in Schwärmen, je sonniger, desto lauter.

USA California Palmen 2017-01-21 Foto Elke Backert-600

Palmen allüberall Weiterlesen

Städel Museum: „Geschlechterkampf“ zwischen Symbolismus und Surrealismus

8. Februar 2017

Schrecklich – Schön: Leidenschaft, Verführung und Liebe bis in den Tod

„Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo“. Unter diesem provokanten Titel zeigt derzeit eine große Ausstellung im Städel Museum, wie kontrovers Künstler vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts auf die sich verändernden Rollenbilder reagierten. Noch bis zum 19. März 2017 sind dort rund 180 zum Teil weltberühmte Arbeiten zusehen, unter anderem auch von Edvard Munch, Auguste Rodin, Gustav Klimt, Otto Dix, Hannah Höch und Max Ernst. Etliche der Gemälde, Skulpturen, Fotografien und Filme stammen aus der Sammlung des Städel selbst, andere sind Leihgaben bedeutender Museen. Ihre Gemeinsamkeit: Sie alle kreisen um die spannungsgeladenen und tückischen Beziehungen zwischen Mann und Frau.

Einblicke von Petra Kammann

Wer sich heute bei Facebook anmeldet, kann zwischen 60 (!) verschiedenen Bezeichnungen seiner Geschlechtszugehörigkeit wählen, so der Städel-Kurator Felix Krämer, um zu begründen, wie aktuell das Thema „Geschlechterkampf“ trotz 150 Jahre Gleichberechtigung auch im 21. Jahrhundert immer noch sei. Die damit einhergehende Freiheit bleibt zerbrechlich.

Panorama

Links: Franz von Stuck (1863–1928), Adam und Eva, 1920–1926, Öl auf Holz, 98 x 93,5 cm, Städel Museum, Frankfurt am Main, Foto: Städel Museum – ARTOTHEK; rechts: Suzanne Valadon (1865–1938), Adam und Eva (Selbstbildnis mit André Utter),1909, Öl auf Leinwand, 162 x 131 cm, Centre Pompidou, Paris, MNAM/CCI, Photo: © bpk / Centre Pompidou, MNAM-CCI, Dist. RMN-Grand Palais / Jacqueline Hyde Weiterlesen